Achtung, es folgt ein Rant. Diesmal über unpassende Vergleiche.

Platypus

Setzt sich mit Armut, Geschlechtern, (Lokal-)Politik und allerlei Diskriminierungsformen auseinander. Mag Tee und ist in diesem Internet zuhause.

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10 Antworten

  1. Moin Tabbo,

    ja, die „Möchtegern-Seeräuber“ spitzen im Wahlkampf zu. Und ja, auch ich als Initiator unseres Bürgerbegehrens „Ende der Kolonialzeit“ möchte die wirtschaftliche Ausbeutung Bremerhavens durch die Stadt Bremen nicht im Zusammenhang mit Sklaverei, Entmenschlichung, Terror, Völkermord und Folter bringen. Soweit hast Du also Recht.

    Aber was ist eigentlich Kolonialismus und gibt es ihn auch noch heute in abgeschwächter Form?

    Wikipedia sagt:

    „Als Kolonialismus wird die meist staatlich geförderte Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialherrschaft bezeichnet.“ Nun ist Bremerhaven weit von Vertreibung oder Ermordung entfernt, eine staatliche (oder stadtbremische) Inbesitznahme und zumindest wirtschaftliche Unterwerfung und Ausbeutung sehe ich schon.

    Dass dies alles während des Unrechtsregimes in der Nazizeit entstanden ist macht die Sache nicht besser.

    Die Frage ist, ob Gewalt ausgeübt wird. Zum Thema Gewalt schreibt Wikipedia:

    „Als Gewalt (von althochdeutsch waltan „stark sein, beherrschen“) werden Handlungen, Vorgänge und soziale Zusammenhänge bezeichnet, in denen oder durch die auf Menschen, Tiere oder Gegenstände beeinflussend, verändernd oder schädigend eingewirkt wird. Gemeint ist das Vermögen zur Durchführung einer Handlung, die den inneren oder wesentlichen Kern einer Angelegenheit oder Struktur (be)trifft.“

    Wenn nun Gewalt zwingend zur Kolonialisierung dazu gehört und hierzu Handlungen zählen, die Dinge beherrschen und schädigend auf sie einwirken so sehe ich hier Parallelen zum Verhältnis im Land Bremen ebenso wie ich das Verhalten der Europäischen Union gegenüber Griechenland als Kolonialisierung ansehe.

    Beherrschen, Willen aufzwingen, ausbeuten fremder Gebiete, das bedeutet für mich Kolonialismus und deshalb werde ich auch weiterhin im Wahlkampf für das #endederkolonialzeit werben.

    liebe Grüße
    René Russell
    Pirat
    Spitzenkandidat für die Wahl
    zur Bremischen Bürgerschaft
    in Bremerhaven

    • txbbx sagt:

      Moin René,

      wenn Kolonialismus für dich nur “beherrschen, Willen aufzwingen, ausbeuten fremder Gebiete” ist, dann beziehst du dich auf eine Definition, aber ignorierst komplett den historischen Kontext in dem dieser Begriff steht. Und dieser historische Kontext und ein Vergleich damit ist das Problem.

      Im Prinzip sagst du im ersten Absatz, dass du mir zustimmst und der Vergleich nicht richtig ist und in den folgenden Absätzen sagst du dann, dass du trotzdem einen Vergleich ziehst. Könnt ihr halt machen, aber widersprecht ihr euch halt selbst.

      Ich weiß nicht, was ich überhaupt erwartet habe. Ein “Ja, aber trotzdem!” ist aber schon bitter. Muss der Wahlkrampf sein.

      Beste Grüße,
      T.