Volksentscheid Galopprennbahn – Auf den Leim gegangen
Am vergangenen Wahltag haben die Bremer*innen auch ĂŒber den Volksentscheid zur Bebauung der alten Galopprennbahn abgestimmt: Die Option der Bebauung wurde mehrheitlich abgelehnt.
Wenn ihr euch wundert, warum die „Ja“ Stimmen ĂŒberwiegen: Die konkrete Abstimmungsfrage war, ob man FĂR den Gesetzesentwurf zum Umgang mit der Galopprennbahn stimmt. Dieser wurde von CDU, AfD und BiW auf den Weg gebracht, und sah vor die „GrĂŒne Lunge“ Galopprennbahn zu erhalten. Was erstmal gut klingen mag, entpuppt sich als Blödsinn, sprechen wir hier doch von einer ökologisch nicht wertvollen, ziemlich mitgenommenen RasenflĂ€che. Eine grĂŒne Lunge ist das definitiv nicht, aber klingt ja irgendwie sinnvoll. Was fĂŒr eine Augenwischerei.
Die Fragestellung wurde wiederholt von vielen Seiten als irrefĂŒhrend beanstandet, wurde dann allerdings trotzdem so umgesetzt, weil Ănderungsversuche anderer Parteien (GrĂŒne, Linke, SPD) leider fehlschlugen. Es ist zu vermuten, dass die ein oder andere Person ein JA gegeben haben, obwohl sie NEIN zum Entwurf (der gegen die Bebauung war) meinten. Oder auch umgekehrt. Transparenz sieht jedenfalls anders aus. Aber das passt ja zu den Initiatoren.
Initiert wurde die BĂŒrgerinitiative zum Erhalt der Galopprennbahn von Andreas Sponbiel. Der ist bei den rechtspopulistischen BĂŒrger in Wut. Der erklĂ€rte dazu, die Galopprennbahn „gehört zu Bremen, wie der Roland und das Weserstadion“. Die CDU hat sich den Rechtspopulisten ohne Skrupel angeschlossen. Bleibt die Frage ob es hier tatsĂ€chlich ideologische Ăberschneidungen von CDU mit BiW und AfD gibt oder es einfach UnfĂ€higkeit und Opportunismus ist.
Nun wird also nicht gebaut. Keine dringend benötigten Sozialwohnungen, kein bezahlbarer Wohnraum, keine ökologische Aufwertung der TeilflĂ€chen dazwischen. Die Anwohner*innen haben offenbar mehrheitlich die Bebauung abgelehnt. Sie fĂŒrchten z.B. BaulĂ€rm. Wer will schon BaulĂ€rm, aber ist das ernsthaft ein Argument um anderen Menschen die Chance auf ein bezahlbares Dach ĂŒberm Kopf weiter zu erschweren? Wir sehen hier mal wieder sehr deutlich, wie wenig immer mehr Menschen bereit sind, ihre (kurzfristigen) individuellen Eigeninteressen zugunsten anderer, die sich in schwierigen Situationen befinden, auch mal zurĂŒck zu stellen.
Es gibt aber noch ein anderes Problem. FĂŒr jede Bebauung muss die Stadt sog. AusgleichsflĂ€chen ausweisen. Das macht Bremen ĂŒblicherweise weiter drauĂen in den lĂ€ndlichen Gebieten. Bestimmte, geeignete FlĂ€chen werden dann unter Schutz gestellt, z.B. in den WĂŒmmewiesen. Klingt ja auch erstmal gut und sinnvoll. Allerdings kann es durchaus passieren, dass das Bewirtschaftungsgebiete von Landwirt*innen betrifft. Hier schĂŒtzt Eigentum nicht. Diese dĂŒrfen dann nur noch unter Auflagen diese FlĂ€chen bewirtschaften, was vor allem die kleineren Betriebe schwer ausgleichen können. Doch gerade die kleineren Betriebe sollten in Zeiten des Klimawandels doch eher gefördert werden. Wir fragen uns, weshalb es im Kampf um bezahlbaren Wohnraum schon wieder sein muss, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt werden mĂŒssen.
Wieso ist es nicht möglich, das Problem ganzheitlich anzugehen? Und wieso wird auf das Eigentum von Landwirtinnen zugegriffen, aber in der Stadt traut man sich an die EigentĂŒmerinnen nicht ran? Immobilien verrotten, die Wohnraum sein könnten. Und auch Luxussanierungen werden, wenn ĂŒberhaupt, nur halbherzig politisch thematisiert. Ein ganzheitlicher, langfristiger und zielfĂŒhrender Umgang mit dem Wohnungsbau sieht anders aus. Auch dass Sozialwohnungen nach 10 Jahren auslaufen, verlagert und verschĂ€rft das Problem nur. Wir hoffen, dass die zukĂŒnftige Landesregierung in diesem Bereich endlich nachhaltige, progressive Entscheidungen trifft, die den Menschen in Bremen eine langfristige Perspektive bieten.



Ich gebe euch recht ich musste die Frage auch dreimal lesen bis ich sie wirklich Verstanden habe, Politiker Deutsch mal wieder .
Bin fĂŒr die Bebauung der GrĂŒnflĂ€che damit mehr bezahlbare Wohnungen entstehen , aber bitte fĂŒr Leute die sie wirklich brauchen . Und nicht das weiterhin eine 4 köpfige Familie in einer kleinen Wohnung von 55 qm wohnen mĂŒssen und die Eltern schlafen im Wohnzimmer , das geht man mal ĂŒberhaupt nicht , wir leben im 21. Jahrhundert , UnverschĂ€mtheit das kaum noch einer seine Miete bezahlen kann , auch faire private Vermieter unter Druck gesetzt werden durch das Finanzamt damit sie die Mieten anziehen um das die Steuereinnahmen sich dadurch erhöhen .