Boza
FilmvorfĂŒhrung „Boza“ und Diskussion zur Situation an der EU-AuĂengrenze mit Regisseur Walid Fellah und Miriam Edding
D0. 21.5 18:00Uhr im Café Kultur
| âBozaâ ist ein Wort in der westafrikanischen Sprache Bambara und bedeutet âSiegâ. âBozaâ rufen auch MigrantInnen aus LĂ€ndern sĂŒdlich der Sahara, wenn sie es nach oft jahrelangen vergeblichen Versuchen endlich geschafft haben, die militĂ€risch bewachte europĂ€ische AuĂengrenze zu ĂŒberwinden. Möglichkeiten dazu bieten die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, die zwar an der marokkanischen MittelmeerkĂŒste liegen, aber formal zur EU gehören.Tausende MigrantInnen leben versteckt in WĂ€ldern rund um die beiden HafenstĂ€dte in der Hoffnung, irgendwann ĂŒber deren mit NATO-Stacheldraht bewehrte Festungsmauern zu gelangen. Bei Versuchen, diese Grenzen zu stĂŒrmen, gibt es immer wieder Schwerverletzte und Tote, wie der Kameruner TrĂ©sor bezeugen kann, der auf diesem Weg nach Europa gekommen ist. Der tunesische Filmemacher Walid Fellah begleitete ihn und andere auf ihren klandestinen Reiserouten und nahm auch an dem âMarsch fĂŒr die Freiheitâ von StraĂburg nach BrĂŒssel teil, mit dem 400 AktivistInnen im Sommer 2014 âgegen die rassistische Migrations- und Grenzpolitik der EUâ demonstrierten.Die, die es schaffen, ĂŒber die gewaltige Grenzsicherungsanlage zu gelangen, sind mit der alltĂ€glichen Abschiebepraxis der Guardia Civil konfrontiert, illegal eingereiste ohne rechtliches Verfahren abzuschieben. Da die alltĂ€gliche Praxis des spanischen Staates im Zeichen einer rassistischen Abschottungspolitik steht und dabei gegen Grund- und Menschenrechte verstöĂt, regt sich innerhalb der juristischen AuĂeinandersetzung, der politischen Diskussion und auf der StraĂe Kritik. Das sogenannte âLey de Mordazaâ (Maulkorbgesetz), in dem neben der EinschrĂ€nkung der Demonstrationsfreiheit auch die gesetzliche Legalisierung der menschenrechtswidrigen Abschiebepraxis geregelt ist, bringt derzeit Tausende auf die StraĂe und wird Menschenrechts- und FlĂŒchtlingsorganisationen weiter beschĂ€ftigen.Der Film geht ca. 55 min., danach kann in geöffneter AthmosphĂ€re weiter diskutiert werden.Walid Fellah ist Dokumentarfilmer aus Tunesien/Marokko
Miriam Edding arbeitet fĂŒr die Stiftung:do und als Aktivistin zur Situation an den europĂ€ischen AuĂengrenzen. Sie war in ihrer TĂ€tigkeit fĂŒr die Stiftung :Do an der Entstehung des Films Boza beteiligt. |


