Pegida, warum eigentlich Dresden?
Es gibt eine neue Protestbewegung in Deutschland, Pegida und seine Ableger sind in aller Munde. Demonstrationen gibt es seit Oktober in Dresden und spÀtestens seit Dezember in ganz Deutschland. Jedoch erreichten diese bisher nirgends so eine hohe Anziehungskraft wie in Dresden warum eigentlich?
Sind die Menschen in Dresden auslÀnderfeindlicher als anderswo?
Ich denke Nein, das ist nicht das wirkliche Problem. Das Problem, was Sachsen hat, ist die Duldung von rechter und rechtsradikaler Meinung. Schuld daran ist allen voran die CDU-gefĂŒhrte Landesregierung und die von ihr durchdrungene Verwaltung, welche seit 25 Jahren in Sachsen den Ton angibt. Die sĂ€chsische Regierung tut alles dafĂŒr, dass sich rechte KrĂ€fte in ihrem Bundesland wohlfĂŒhlen. Das beginnt mit der massiven Kriminalisierung von Linken und aktiven Antifaschist*innen insbesondere am 13. Februar an dem zwar Menschenketten gefördert werden, aber gleichzeitig akzeptiert wird, dass Nazis zwischen den BĂŒrgerlichen stehen. WĂ€hrend die Demo der Rechtsradikalen durch die Innenstadt letztes Jahr einfach auf den 12. Februar vorverlegt wurde damit sie nicht durch die Proteste zu denen bundesweit mobilisiert wurde gestört werden.
Genauso wird probiert eine echte Bedrohungslage fĂŒr Antifaschist*innen zu schaffen, die weit ĂŒber die Grenzen Dresdens hinaus wirken soll. DafĂŒr werden fast schon Schauprozesse wie gegen den Jugendpfarrer König oder den MinisterprĂ€sidenten aus ThĂŒringen, Ramelow, gefĂŒhrt. Das Zeichen ist klar: Linke, ihr seid hier nicht willkommen! WĂ€hrenddessen werden Rechte mit Samthandschuhen angefasst. Mit Pegida-AnhĂ€nger*innen muss doch geredet werden! Das ist zumindest die Meinung von Stanislav Tillich, MinisterprĂ€sident in Sachsen.
Auch die Forderungen nach hĂ€rterem Asylrecht und stĂ€rkerem Vorgehen gegen „kriminelle FlĂŒchtlinge“ gibt es aus Reihen der Landesregierung. In Sachsen wird dafĂŒr sogar eigens eine Sondereinheit der Polizei gegrĂŒndet. Das ist auch der Punkt, der zu diesen groĂen Protesten fĂŒhrt:
Die Meinung gegen AuslĂ€nder und den Islam zu sein, gilt in Sachsen, anders als in den meisten anderen BundeslĂ€ndern, als Mainstream! Sie ist nicht geĂ€chtet, wer sich offen rechts zeigt muss keine Angst vor Sanktionen von Staat oder Gesellschaft haben und das ist anders als in allen anderen BundeslĂ€ndern. Denn wenn jemand in Hannover oder Bremen bei einer solchen Demo mitlaufen wĂŒrde mĂŒsste dieser eben mit solchen rechnen. Diese soziale Ăchtung ist es eben auch, die groĂe Teilnahmen an solchen Demos verhindert und das ist gut so. Wer rechts ist muss sich darĂŒber bewusst sein, dass dies offen zeigen fĂŒr ihn negative Konsequenzen hat, so können wir rechtsradikale Tendenzen in Deutschland bekĂ€mpfen.



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