Hallo Berlin, wir haben ein Problem!
Schaffen wir es nicht mehr, unsere Kieze zu verteidigen? NaziaufmÀrsche gehen mitten durch sie durch und es gibt nicht einmal mehr ernstzunehmende Blockaden, das kann doch nicht unser Berlin sein, oder?
Am 03. Oktober ist es nach dem Hess-Marsch das zweite Mal, dass im Jahr 2018 eine Nazidemo mit mehreren hundert Teilnehmenden durch ein (ehemaliges) linkes Viertel gezogen ist. Auch dieses Mal war der Widerstand erschreckend gering. Anders als beim Hess-Marsch gab es jedoch keine groĂen Verlegespiele unter Mithilfe der Polizei. Die Ausrede, dass wir tausend Nazis durch Friedrichshain haben laufen lassen, war damals meiner Meinung nach schon eher vorgeschoben.
Dass die »Wir fĂŒr Deutschland«(WfD) Demo am 3. Oktober stattfinden wĂŒrde, war ausreichend vorher bekannt, ebenso die Strecke und dass es ein lohnendes Ziel fĂŒr Nazis aus ganz Deutschland sein könnte. Trotzdem hat es Berlin nicht geschafft, eine vernĂŒnftige Gegenmobilisierung auf die Beine zu stellen.
Es gab nur zwei Gruppen, die tatsĂ€chlich etwas hinbekommen haben, zum einen das bĂŒrgerliche BĂŒndnis «Berlin gegen Nazis« (Kundgebung an der Kreuzung Ackerstr. Ecke Invalidenstr.) und die Hedonist*innen am Rosenthaler Platz. Beide Kundgebungen waren voll, laut und ein Zeichen des Widerstands gegen den rechten Dreck.
Es gab jedoch keinerlei Mobilisierung von groĂen radikalen linken Gruppen gegen diese Demo, weder die »Interventionistische Linke« noch »Top B3rlin« oder andere gröĂere Antifa-Gruppen haben etwas auf die Beine gestellt. Dementsprechend gab es bis auf einen Versuch des »Roten Aufbau« einer Kundgebung in Friedrichshain am Nordbahnhof sowie einer Sitzblockade auf der TurmstraĂe eigentlich keinen merkbaren Widerstand gegen Rechts.
Das ist erschreckend! WĂ€hrend einem nationalem Rechtsruck schafft es die Berliner Linke nicht einmal mehr, sich in ihren eigenen Kiezen Nazis entgegenzustellen?
Könnte sich irgendjemand einen Naziaufmarsch vorstellen, der mit mehreren hundert bis tausend Nazis quasi widerstandslos durch die Hamburger Schanze, Leipzig Connewitz oder MĂŒnster lĂ€uft? In Hamburg waren nach den rassistischen Ăbergriffen 10.000 Menschen, die gegen eine »Merkel muss Weg« Demo von 150 Leuten demonstrieren. In MĂŒnchen â nicht gerade bekannt fĂŒr seine krasse linke Szene â waren am gleichen Tag zwischen 20.000 und 40.000 Menschen gegen CSU und AfD demonstrieren.
Berlin hat bisher nur andeutungsweise solche Zahlen geschafft und das ausschlieĂlich, wenn die Clubszene probiert hat, eine Party daraus zu machen. Ist das euer Ernst?
Am 18. August war das schon eine Nummer, die ich nicht glauben konnte, die Aktion am 3. Oktober ist jetzt einfach nur noch peinlich. Hat die Berliner Linke sich aufgegeben? GröĂere Gruppen, die sich zu einer Kundgebung von Nazis in Buch oder auch nur Britz bewegen, gab es ja schon lange nicht mehr. Die Angriffe auf Antifaschist*innen in Neukölln zeigten auch schon, wie sicher sich Nazis in Berlin fĂŒhlen. Ich hab wirklich keine Ahnung was, aber irgendwas muss passieren. Vielleicht sollten bestimmte Kleinkriege beiseite gelegt werden und die Gruppen, die relevant sind oder waren, sich ĂŒberlegen, wie es weiter gehen soll.
Das heiĂt nicht, dass jetzt der Jugendwiderstand irgendwo eingebunden werden soll, aber der Rest könnte sich ja mal zusammenraufen.
Die nĂ€chste NazigroĂdemo in Berlin ist bekannt: Am 9. November wird es einen »Trauermarsch« geben, der ebenfalls wieder von »Wir fĂŒr Deutschland« organisiert wird. Das Datum ist dann noch etwas wichtiger und muss verteidigt werden, es wĂ€re schön wenn »wir« das zur Abwechslung hinbekommen.Damit dieser Text aus dem Jahr 2014 wieder wahr wird und Nazis sich nicht mehr trauen, durch Berlin zu marschieren.
Bilder von der Nazidemo unter:





Hallo liebe RAF-Symphatisanten!
Habt Ihr den Text aus der Mottenkiste der sog. â68igerâ entnommen? Denn wenn ich jede Bezeichnung Nazi im gegebenen mehr oder weniger eintönig formulierten Text mit RAF tausche, komme ich automatisch auf die andere Uferseite! Und was ist eigentlich die Message? Nicht eine Zeile kommt aufân Punkt!
Ich find das so dumm, ich lass das einfach mal stehen. đ